FAQ Marktlage

Häufig gestellte Fragen zum aktuellen Gasmarkt.

Was sind die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Gasversorgung?

2021 hatten die Gaslieferungen aus Russland einen Anteil von 55 % am gesamten Gasverbrauch in Deutschland. Auch die HNVG hat verschiedene Vorlieferanten, die ihrerseits das Gas aus verschiedenen Herkunftsländern beziehen.

Als Vorsichtsmaßnahme hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck am 30.03. die Frühwarnstufe als erste von insgesamt drei Krisenstufen des so genannten Notfallplans Gas ausgerufen, um bei einer weiteren Eskalation hinsichtlich der Gaslieferungen gewappnet zu sein.

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) ruft dazu auf, Gas zu sparen. Im Falle von Versorgungsengpässen sind Haushaltskunden und soziale Einrichtungen durch gesetzliche Vorgaben besonders geschützt – niemand muss frieren.

Im Zuge des Konflikts hat die internationale Staatengemeinschaft zahlreiche Sanktionen gegen Russland verhängt. Die Maßnahmen betreffen den Finanz-, Transport- und Energiesektor. Für den kommenden Winter plant Deutschland den Aufbau einer strategischen Gasreserve. Langfristig soll so die Abhängigkeit vom russischen Gas verringert werden.

Aufgrund der erhöhten Nachfrage auf dem Weltmarkt sowie der Ukraine-Krise und der Notwendigkeit, die Gasspeicher in Deutschland zu füllen, sind die Beschaffungskosten für Gas gleichbleibend hoch. Es ist daher damit zu rechnen, dass die Gaspreise für Endkunden weiter steigen werden. Die Politik ist daher bereits tätig und weiterhin gefordert, geeignete Steuerungsmechanismen zu entwickeln, um die Endkundenpreise abzufedern. Unsere Branchenverbände arbeiten an der Erarbeitung passender Vorschläge mit.

Aktivierung der Frühwarnstufe – Was bedeutet das?

Die Aktivierung der Frühwarnstufe als erste von insgesamt drei Krisenstufen des so genannten Notfallplans Gas (Früh-, Alarm- und Notfallstufe) ist laut des Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck eine Vorsorgemaßnahme, um für den Fall einer weiteren Eskalation hinsichtlich der Gaslieferungen gewappnet zu sein. Es gibt aber aktuell keine Versorgungsengpässe.

Hierzu die Info des BMWK (Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz):

"Für Verbraucherinnen und Verbraucher ändert sich mit der Ausrufung der Frühwarnstufe erst einmal nichts. Die Versorgungssicherheit ist weiter gewährleistet. Es gibt aktuell keine Versorgungsengpässe. Und auch wenn es zu Versorgungsengpässen im kommenden Winter kommen sollte sind private Haushalte und soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser besonders geschützt. Das heißt, auch bei einer Gasknappheit ist ihre Versorgung gewährleistet. Nicht auszuschließen ist allerdings, dass es zu weiteren Preissteigerungen kommen wird. Daher hat die Ampel-Koalition ein zweites Entlastungspaket beschlossen. Auch wird die Bundesregierung die weitere Preisentwicklung genau beobachten und jeweils im Lichte der aktuellen Lage prüfen, ob und welchen Handlungsbedarf es gibt."

Was sind geschützte Kunden?

Privathaushalte zählen zu den geschützten Kunden – „niemand soll frieren“.

Im Sinne des deutschen Energiewirtschaftsgesetzes bedeutet der Begriff "Geschützter Kunde" von Gasversorgungsunternehmen:

  • Letztverbraucher im Erdgasverteilnetz, bei denen standardisierte Lastprofile Anwendung finden, oder die Letztverbraucher im Erdgasverteilnetz, die Haushaltskunden zum Zwecke der Wärmeversorgung beliefern und zwar zu dem Teil, der hier benötigt wird.
  • Grundlegende soziale Dienste im Sinne des Art. 2 Abs. 4 der Verordnung (EU) 2017/1938 im Erdgasverteilnetz und im Fernleitungsnetz.
  • Fernwärmeanlagen, soweit sie Wärme an Kunden im Sinne von Buchstabe (a) und (b) liefern, an ein Erdgasverteilnetz oder ein Fernleitungsnetz angeschlossen sind und keinen Brennstoffwechsel vornehmen können und zwar zu dem Teil, der für die Wärmelieferung benötigt wird.

Haushaltskunden sind Privatkunden, die Energie für den Eigenverbrauch im Haushalt nutzen oder Landwirtschafts- oder Gewerbebetriebe, deren Jahresverbrauch unter 10.000 Kilowattstunden (kWh) liegt.

Wie gehen wir mit nicht geschützten Kunden um?

Gewerbe- und Industriekunden mit einem jährlichen Gasverbrauch ab etwa 1.500.000 kWh oder einem mittleren Bedarf von 500 kW verfügen meist über eine Gas-Leistungsmessung, d. h. registrierender Leistungsmessung (RLM). RLM-Kunden sind per Definition nicht geschützt und können zum Zwecke der Gaseinsparung abgestellt werden.

Der Netzbereich erstellt für den Notfall eine Liste und prüft, ob es Ausnahmen gibt oder Alternativen zu Gas als Energiequelle vorliegen, ob es eine teilweise Nutzung gibt für schützenswerte Zwecke (also die Wärmeerzeugung für Endkunden, z. B. eine Hausmeisterwohnung, etc.), Besonderheiten in der Produktion etc.

Wie gehen wir mit der aktuellen Lage um?

Wir setzen uns dafür ein, in Heilbronn und der Region jeden Tag eine sichere Versorgung mit Gas, Wasser und Abwasser zu gewährleisten. Bereits in den letzten Monaten haben wir uns hinsichtlich der Krisenvorsorge organisiert und regelmäßig an Übungen zum Thema Gaskrise teilgenommen.

Der Netzbereich hat die Kunden kategorisiert nach geschützten und nicht-geschützten Kunden. Bei Kunden mit Alternativen zur Gasversorgung kann als erstes die Leistung reduziert werden, außerdem gibt es Ausnahmen, z. B. bei einer teilweisen Nutzung für schützenswerte Zwecke (also die Wärmeerzeugung für Endkunden, z. B. eine Hausmeisterwohnung, etc.).

Privathaushalte und kleinere Landwirtschafts- und Gewerbebetriebe bis 10.000 Kilowattstunden, grundlegende soziale Dienste (Krankenhäuser, Polizei etc.) und Fernwärmeanlagen, die für die Wärmelieferung benötigt werden, zählen zu den geschützten Kunden – niemand soll frieren. Das BMWi ruft aber zum Energiesparen auf.

Mit dem Ausrufen der Frühwarnstufe ist unser internes Krisenteam zusammengetreten, das die aktuelle Lage beobachtet und bewertet, um schnell reagieren zu können. Beim Eintreten einer Gasmangellage tritt die Bundesnetzagentur als Lastverteiler zur Verteilung der physischen Gasmengen ein. In diesem Fall ist die HNVG als Netzbetreiber ausführendes Organ der Anweisungen des Lastverteilers, um die Versorgung der geschützten Kunden zu gewährleisten.

Den hohen Beschaffungspreisen an den Gasmärkten begegnen wir mit einer verantwortungsvollen Gasbeschaffung, um die Endkundenpreise nicht unnötig zu erhöhen.

Warum sind die Gaspreise zuletzt so stark gestiegen?

Bereits seit letztem Jahr sind die Gaspreise auf Rekordniveau gestiegen. Dafür sorgte die rasante Erholung der Weltwirtschaft nach dem Corona-Stillstand, wofür mehr Energie benötig wird. Der letzte Winter war ungewöhnlich kalt, was wiederum zu einer gestiegenen Nachfrage nach Erdgas zum Heizen führte. Auch wird Erdgas vermehrt für die Stromerzeugung eingesetzt, da der Kernenergieausstieg begonnen hat und 2021 ein vergleichsweise windarmes Jahr war.

Gleichzeitig waren die Lager weniger gefüllt. Um das beschränkte Angebot konkurrierten viele Akteure – so war Asien bereit, deutlich höhere Preise zu bezahlen. Vor allem Flüssiggas wurde zwischenzeitlich kaum noch nach Europa geliefert. Dazu kommen gedrosselte Fördermengen in Russland und ein CO2-Preis, der im europäischen Emissionshandel steil nach oben geht.

Der russische Einmarsch in die Ukraine hat die bereits hohen Börsenpreise für Gas weiter nach oben getrieben. Kurzfristig stiegen die Beschaffungskosten nochmals um über 100 Prozent. Die Preise befinden sich damit auf historischem Rekordniveau.

Im Zuge des Konflikts hat die internationale Staatengemeinschaft zahlreiche Sanktionen gegen Russland verhängt. Die Maßnahmen betreffen den Finanz-, Transport- und Energiesektor – so wurde etwa das Genehmigungsverfahren für Nord Stream 2 auf unbestimmte Zeit gestoppt. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Gasversorgung für diesen Winter gesichert ist. Für den kommenden Winter plant Deutschland den Aufbau einer strategischen Gasreserve.

Langfristig soll so die Abhängigkeit vom russischen Gas verringert werden.

Warum finden Sie derzeit keine Sonderverträge auf unserer Homepage?

Die Energiepreiskrise trifft die Energieversorger hart. Die Einkaufspreise für Gas haben sich in den letzten Monaten massiv verteuert, so dass wir keine guten Neukundenangebote machen können.

Wenn Sie mit Ihrer Gas- oder Stromversorgung in unserem Netzgebiet sind, brauchen Sie sich keine Sorgen machen. Sie erhalten auch weiterhin Gas. Falls Ihr bisheriger Energieanbieter Ihre Versorgung eingestellt hat und Sie in unseren Konzessionsgemeinden wohnen, übernehmen wir als Grundversorger Sie automatisch in die Ersatzversorgung.